Oktober 13th, 2006
Schlaflos

4 Uhr 13. Die roten Leuchtziffern des Weckers sind gnadenlos. Wie immer. Erneutes Wälzen auf die andere Seite. Unbequem. Zu heiß. Die Luft ist stickig. Der Pyjama klebt auf der Haut. Zu warm. Warum zum Teufel kann ich bloß nicht schlafen? Warum ausgerechnet ich? Die Gedanken kreisen. Enden immer an einem Punkt. Die Präsentation! Was wird mein Chef sagen? Bin ich nicht gut genug vorbereitet? Und dann diese schreckliche Nervosität. Was tun? Diese Blicke, die mich zu durchbohren scheinen!
Verdammt. Warum schlafe ich denn nicht? Ich muss schlafen! Wenn nicht..dann…dann… Ich will nicht weiterdenken.
Aber was macht Thomas bloß? Wollte er nicht vorgestern, gestern….heute..anrufen? Kein Anruf. Warum? Dieser Idiot. Sicher hat er kein Interesse mehr an mir. STOP! Hör – auf – nach – zu – denken! S c h l a f en. Ich buchstabiere mehrmals hintereinander die Tätigkeit, die ich jetzt so gerne ausüben würde. S c h l a f . Vielleicht hilft es was? Vielleicht kommt die Müdigkeit dann von allein.
Ich drehe mich auf die andere Seite. Wandseite. Schließe die Augen. Eine kleine Eisenbahn tuckert vor meinem inneren Auge duch eine hügelige Landschaft. Ein alter Trick von meiner Großmutter. Angeblich solls müde machen. Was solls? Die Eisenbahn fährt und fährt. Schließlich über eine Brücke. Ich merke, wie ich schläfriger werde.
Dann höre ich ein Geräusch. Ein Türknarren. Plötzlich bin ich hellwach? In meiner Wonung? Was ist das? Herzklopfen. Mein Puls rast. Ich lausche in die Stille. Nichts. Sicher nur Einbildung! Ich seufzte, kuschel mich zurück in meine Bettdecke. Doch es ist zum Verzweifeln. Mir ist so warm…und ich KANN einfach nicht schlafen. Ich denke an meine Mutter. Vielleicht..eine heiße Milch mit Honig? Ich klettere vorsichtig aus dem Bett.
Die Fliesen in der Küche sind kalt. Ich fröstele, bekomme eine Gänsehaut. Ich starre in den Kühlschrank. Eine Tomate, ein Stück Butter, Nudeln von vorvorgestern und – eine Packung Milch. Ich gieße mir ein wenig von der Milch in ein Glas ein. Doch wo hab ich den Honig hingetan? Ich klappe mehrere Küchenschränke auf und zu. Nichts zu finden. Vielleicht hab ich auch vergessen welchen zu kaufen? Egal. Trink ich halt nur heiße Milch. Ich gieße die Milch in einen kleinen Kochtopf und erhitze sie. Taumelnd lasse ich mich auf einen Stuhl fallen. Müde, müde, müde. Ich lasse meinen Kopf fallen und gähne. Ich fange an schläfrig zu werden…
Ich höre ein Zischen. Mist!!! Die Milch. Hellwach stürze ich zum Herd, drehe die Kochplatte aus, doch es ist schon zu spät. Die Milch ist natürlich brodelnd übergekocht. Ich fluche. Der ganze Herd, eine einzige Sauerei! Ich vergrabe verzweifelt meinen Kopf in meinen Handflächen. Ich kann einfach nicht mehr. Warum kann ich nicht einfach friedlich im Bett liegen und schlafen? Langsam schlurfe ich ins Wohnzimmer und breite mich auf dem Sofa aus. Ich schließe die Augen..und auf einmal..ja, schlafe ich tatsächlich ein. Um viertel vor 6 weckt mich lautstark mein Wecker. Na toll!