Januar 10th, 2006
Mord auf dem Golfplatz - Teil 5
7.00 Uhr morgens. Es ist Montag. Der Wecker klingelt unermüdlich mit seinem schrillen Weckton und reißt damit einen Mann, der gerade noch friedlich schlief, aus dem Schlaf. Der Mann ist Peter Budzynski, Polizeibeamter der Mordkommission Berlin. Heute ist sein zweiter Arbeitstag nach seinem missglückten Skiurlaub, den er wegen Ermittlungen abbrechen musste. Kein Wunder, das seine Laune nicht gerade gut ist. Er schimpft und haut mit einem kräftigen Handschlag auf die Aus-Taste des Weckers. Der schrille Weckton verstummt abrupt. Ein „Brauch ‚nen Kaffe“ murmelnd steigt er schlaftrunken aus dem Bett. Und schreit sogleich gewaltig auf! „Ahh“..ein Schmerzensschrei. Er ist auf ein paar herumliegende Stecknadeln getreten. „Na, das fängt ja gut an!“ flucht er und humpelt noch missmutiger, als er es eben sowieso schon war, in die Küche.
Zwei Kaffee, zwei Schokocroissants und unzählige Warteminuten auf verpasste und verspätete U-Bahnen später ist es soweit: Er ist im Polizeipräsidium angekommen. Mit einem gemurmelten „Morgen!“ setzt er sich in sein Büro, in dem zwei seiner Kollegen, Heiner und Wagner, schon eifrig auf ihren Tastaturen herumklappern.Wagner erwidert seine Begrüßung freundlich. Heiner ist in ein Telefonat vertieft und nickt Budzynski nur flüchtig zu. Sein Gesprächspartner (oder seine Gesprächspartnerin) scheint vollkommen aufgebracht zu sein. Heiner hat es schwer mit Worten zu beruhigen. Zudem scheint er den Verlauf des Gesprächs nicht ganz unter Kontrolle zu haben. „Ja..ja..ich verstehe…hmm…ja..ich …natürlich..ich schicke Ihnen einen Kollegen vorbei!“ Auf einmal ist Budzynski hellwach. „Nein, bitte nicht ich!“, denkt er genervt und schaut demonstrativ aus dem Fenster. Doch zu spät. Heiner hat den Hörer kurz aus der Hand gelegt und sagt schon, mit einem flehenden Unterton: „Peter..könntest du nicht…?“ „Jaja, ich versteh schon“, unterbricht Budzynski ihn und murmelt etwas Unverständliches (sicher nichts Freundliches!). Nach weiteren 5 Miunten legt Heiner, gestresst und sichtlich erschöpft, den Hörer auf. Er schließt die Augen und lehnt sich in seinem Lederschreibtischstuhl zurück und schweigt.
Budzynski hält die Spannung nicht aus. Ungeduldig drängt er seinen Kollegen: „Hey, komm schon! Erzähl! Wer war das? Etwas Wichtiges für unsere Ermittlungen?“ Heiner öffnet die Augen und zieht angestrengt seine Augenbrauen hoch. „Ach, wenn du wüsstest…eine schrecklich anstrengende Frau. Eine gewisse Regine von Hofstedt.Hat die ein Mundwerk. Sie wollte mir gleich ihre halbe Lebengsgeschichte erzählen.“ Er seufzt auf. „Das Problem ist: Wir werden in Zukunft wohl noch häufiger mit ihr zu tun haben. Sie hat unseren Täter noch fliehen sehen. Also, ist sie eine Zeugin…unsere erste Zeugin in diesem verdammten Fall.“ „Allerdings“, sagt Budzynski zustimmend, „Und was ist jetzt? Soll ich sie befragen?“ „Ja, sie erwartet dich nachher um halb drei. Zu Kaffee und Kuchen, wie sie mir erzählte.“ „Na, immerhin..dann kann es ja nicht so schlimm werden..“ Budzynski Stimmung erhellt sich für einen kurzen Moment. Heiner holt ihn wieder auf den Boden der Tatsachen. Bitter sagt er: „Na, Peter! Freu dich nicht zu früh. Du wirst starke Nerven brauchen. Um ihr Gerede zu ertragen. Das kann auch der beste Kuchen der Welt nicht wieder gutmachen!“
Fortsetzung folgt…sehr bald!!!