Mord auf dem Golfplatz (Teil 4)

Es war zum verrückt werden. Dieser verdammte Fall nahm einfach kein Ende. Missmutig trottete Peter Budzynski durch den mit Schnee bedeckten Wald. Selbst hier, in einem Skikurort in der Schweiz, hatte er nicht seine Ruhe!
Vorhin kam der Anruf, der ihn so aus der Fassung gebracht hatte. Gerade, als er gerade so richtig schön von einem Masseur des Kurhotels durchgeknetet wurde. Es war die Sekretärin seines Chefs. Ihre Stimme klang verschüchtert, ihr schien die Mitteilung, die sie Budzynski machen sollte, auch nicht zu behagen. „Herr Budzynski, es tut mir Leid, aber Sie müssen dringend ihren Urlaub abbrechen und sofort zu uns in die Mordkommission nach Berlin kommen. Es geht um die Mordfälle Peters und Hoffmann.“ „Aber was ist denn so wichtig? Können da nicht mal meine lieben Kollegen ein bisschen mithelfen?“, antwortete Budzynski sichtlich gereizt. Er sah absolut nicht ein, warum gerade er gerade jetzt, wo er doch seinen Urlaub gerade erst begonnen hatte, diesen sofort abbrechen sollte. Um im kalten und grauen Berlin einen Mörder zu suchen. Seine Zeit zu verschwenden! Denn im Moment war die Mordkommission in den Mordfällen auf dem Golfplatz nicht allzu weit gekommen. Es gab keine Hinweise, keine Zeugen..wenn man mal von diesen seltsamen Nachrichten, die der Mörder hinterlassen hatte, absah. Je mehr Budzynski darüber nachdachte, desto größer wurde seine Wut. Er begann laut zu schnaufen. Die Sekretärin, die seine Wutausbrüche schon allzu gut kannte, ahnte, dass ihr gleich ein Stoß von Vorwürfen entgegenprallen würde. Sie sagte betont mit ruhiger Stimme: „Bitte regen Sie sich nicht auf! Es geht wirklich nicht. Gleich drei Ihrer Kollegen haben sich krankschreiben lassen. Wir können unsere Ermittlungen unmöglich bis Ende Ihres Urlaubs im Januar einstellen. Der Mörder kann jeden Moment wieder zuschlagen!“ „Diese Idioten“, zischte Budzynski. „nichts, aber auch gar nichts kriegen die auch mal ohne unsereins hin..“ Er wollte noch weiter vor sich her schimpfen, doch die Sekretärin unterbrach ihn. „Morgen um 7.45 Uhr geht Ihr Flieger.“ Budzynski stöhnte genervt auf: „Aber das ist unmöglich. Morgen um 8 Uhr bin ich schon für ein Thalasso-Bad angemeldet..und das hat ein Schweinegeld gekostet..erwarten Sie wirklich, dass ich…“ „Das muss dann eben ausfallen. Wir erwarten Sie morgen um 10 Uhr im Präsidium. Guten Tag!“ Damit legte sie auf. Budzynski fluchte leise vor sich hin. „Verdammt!“ schrie er auf. Die anderen Hotelgäste auf dem Hotelgang, genau wie er in Bademäntel gehüllt, schauten ihn mit misstrauischen und neugierigen Blicken an. „Ja, Sie haben richtig gehört!“, brüllte Budzynski weiter und die Hotelgäste senkten sofort ihre Blicke.
Ja, nun stapfte er über verschneite Waldwege. Er atmete tief durch. Es war alles so wunderschön hier, er wollte einfach nicht wieder nach Hause nach Berlin fahren. Budzynski wollte wenigstens einmal im Jahr Ruhe von der lauten Großstadt und seinem stressigen Job haben. Aber jetzt musste er wegen so einem bescheuerten Mörder doch tatsächlich seinen wohlverdienten Skiurlaub abbrechen!
Plötzlich keimte in ihm doch ein Stückchen Ehrgeiz auf. Ja, er wollte diesen Mörder schnappen. Nicht nur, weil er zwei Menschen auf dem Gewissen hatte, sondern auch, weil er seinen Urlaub versaut hatte…

Fortsetzung folgt…

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