Mord auf dem Golfplatz (Teil 2)

Freitagabend. Wie jede Woche nach dem Training saß auch Dieter mit seinen Kumpels vom Golfclub in der Kneipe, die sich im Clubhaus befand. Doch heute war etwas anders. Harry fehlte. Es war nun eine Woche vergangen..seit dem kaltblütigen Mord an ihrem allseitsbeliebten Kumpels. Die Stimmung in dem gut gefüllten Clubhaus war gedrückt. Wenn gesprochen wurde, dann nur sehr leise. Selbst Udo, der sonst immer eine große Klappe hatte und frauenfeindliche Golferwitze zum Besten gab, saß still am Bartresen und nippte nachdenklich an seinem noch halbvollen Bierglas. Dieter saß neben ihm. Schweigend. Ihn hatte der Mord an Harry wohl am meisten mitgenommen. Er war der Letzte gewesen, der Harry noch lebend gesehn hatte! Er machte sich Vorwürfe. Jetzt ergriff er zögerlich das Wort. Er seufzte und wandte sich an Udo. „Weißt du..“, begann er, „manchmal frage ich mich, was passiert wäre, hätte ich Harry letzten Freitag überreden können, noch mit uns einen trinken zu gehen. Vielleicht würde er noch leben…vielleicht hätte ich seinen Tod verhindern können…!“ Udo klopfte ihm kumpelhaft auf die Schulter und sagte dann mit ernster Miene: „Mach dir keine Vorwürfe. Das mit Harry ist leider Gottes passiert. Niemand hätte es verhindern können..außer der Mörder.“ „Ja“, sagte Dieter und wiegte nachdenklich seinen Kopf, „ich kann es immer noch nicht verstehen. Wer sollte ein Motiv haben Harry zu töten? Er war doch überall beliebt, hatte viele Freunde und sicher keine Feinde.“ Udo nahm einen Schluck aus seinem Glas. „Ich kann es auch nicht verstehen. Die Polizei scheint auch noch keinen Verdächtigen zu haben. Die haben zwar letzte Woche mit vielen Mitgliedern des Clubs gesprochen, aber gesehn hat niemand etwas. Harry war angesehen vom Putzpersonal und vom Wärter ganz allein auf dem Gelände. Und das Clubhaus ist ja so weit vom Tatort entfernt…da hat ihn natürlich niemand gesehen!“ „Der Mörder ist noch unter uns“, sagte Dieter mit fester Stimme. Udo sah ihn erschrocken an. „Du..du meinst, es ist jemand vom Golfclub?“ Dieter sagte mit ernster Miene: „Könnte doch sein. Mich würde gar nichts mehr erstaunen. Ich meine, wer hat sonst so spät abends Zugang zum Golfgelände..außer denen, die im Club sind..?!“ „Nagut, da hast du natürlich Recht!“ sagte Udo und nahm einen weiteren Schluck aus seinem Glas. Er wollte gerade etwas zu Dieter sagen, als plötzlich die Tür zum Clubhaus geöffnet wurde. Nathalie und ihr Mann, schon seit 2 Jahren im Golfclub, betraten die Kneipe. „Hey, Nathalie! Schön, dich zu sehen!“ rief es aus dem hinteren Teil der Kneipe erfreut. Doch die Stimme verstummte sofort, als alle bemerkten, dass Nathalie weinte. „Es ist etwas Schreckliches passiert“, sagte sie mit dünner, verängstigter Stimme und schluchzte. Sie brach in Tränen aus. Ihr Mann, mit einem schockierten Ausdruck auf dem Gesicht, trat hervor und fuhr fort: „Unsere liebe Freundin Julia ist ermordet worden. Erwürgt. Von hinten.“ Ein Raunen ging durch die ganze Kneipe. Der Ausdruck der Freude war aus jedem Gesicht gewichen. „Der Wärter hat ihre Leiche vorhin auf seinem Rundgang gefunden! Er hat sofort die Polizei gerufen!“ Er fasste sich an die Stirn und umarmte seine völlig aufgelöste Frau, die noch immer heftig schluchzte.
In allen Köpfen formten sich in dieser Nacht die ein und dieselben Fragen: Wann würden die schrecklichen Morde aufhören? Würde es je wieder Sicherheit auf dem Golfplatz geben?
Es gab nur eine Person in der ganzen Kneipe, die sich nicht diese Fragen zu stellen brauchte…kurz darauf entfernten sich die karierten Golferhosenbeine in Richtung Ausgang.

Fortsetzung folgt…

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