Nachts

Es ist Samstagmorgen. 12.00 Uhr. In der Ferne läuten die Glocken der Kirche.
Er öffnet seine Augen und schaut verträumt an die Zimmerdecke. „Bloß jetzt nicht aufstehen!“ Den Wecker hat er zum Glück schon heute früh um 8 außer Gefecht gesetzt! Welch Glück. Er seufzt. Und denkt an die letzte Nacht.
Partys, Drinks und viele tolle Leute. Ich weiß schon nicht mehr in wie vielen Diskotheken und Bars ich letzte Nacht war. Waren es 3? Oder gar 5? Ich muss mich doch erinnern! Und wo zum Teufel traf ich dieses wunderschöne Mädchen?
Mandy war ihr Name. Blond und unauffällig an ihrem Drink nippend hatte sie in einer Ecke der Diskothek gestanden. Unsere Blicke trafen sich. Wie lange wir uns anschauten? Ich weiß nicht mehr. Die Stimmung in der Disko brodelte. Ich nahm nur noch sie wahr. Nicht die harten Beats der Technosongs, nicht die feiernden und tanzenden Leute um mich herum. Irgendwann gab ich ihr ein Zeichen zum Tanzen. Sie verstand sofort und lächelte. Langsam bewegten wir uns auf der Tanzfläche aufeinander zu. Meine Beine bewegten sich wie von selbst. Ich weiß nicht mehr wie lange wir tanzten. 5 Minuten? 2 Stunden? 4 Stunden? Die Zeit verging wie im Flug. Und ich und Mandy? Wir verstanden uns ohne Worte. Im Blitzen der Scheinwerfer sah sie umwerfend aus.
Irgendwann, es muss etwa 6 Uhr in der Früh gewesen sein, gab sie mir ein Zeichen, dass sie jetzt gehen müsse. Sie kam zu mir an die Bar, holte einen roten Kugelschreiber aus ihrer Handtasche und kritzelte ihre Handynummer auf meine Handfläche. „Ruf mich an!“ und ein Herz. Dann verabschiedete sie sich mit einer Kusshand von mir. Kurz darauf war sie schon wieder in der tanzenden Masse verschwunden.
Er hat wieder die Augen geschlossen. Soll er sie anrufen? Er dreht sich auf die Seite. Diese Frage muss er sich nicht stellen. Er weiß die Antwort schon. Er wird sie anrufen. Und, diese Nacht war eine der schönsten Nächte in seinem bisherigen Nachtleben.

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