83 Cent

Udo saß am Küchentisch. Klirrend legte er das ganze Geld, was er in seinem Portmonnee gefunden hatte, auf den Tisch. Er seufzte verzweifelt auf. Es waren gerade mal 83 Cent!
Wie soll ich so weiterleben? Und was wird aus meiner Wohnung? Fragen, die ihm durch den Kopf schossen.
Sein Vermieter lag ihm schon seit Monaten in den Ohren, er solle endlich seine Miete zahlen. Mahnung für Mahnung, Drohung um Drohung flatterte ihm fast wöchentlich durch den Briefschlitz.
Die Mahlzeiten, die er morgens und abends einnahm, waren spärlich. Eine Packung Toastbrot kostete von der billigen Sorte höchstens 79 Cent. Von dieser Packung ernährte er sich dann tagsüber.
Es war eben alles schlecht gelaufen. Früher war er noch Kassierer bei Aldi gewesen. Vielleicht nicht so gut bezahlt. Aber immerhin ein Job. Leider hatten die ihn nach ein paar Jahren entlassen.
Tja, nun saß er hier. Es war deprimierend. Diese 83 Cent, die glänzend vor ihm lagen, machten ihn ganz verrückt.
Er wartete auf ein Poltern im Flur. Es war 13 Uhr, das hieß, dass jeden Moment der Briefbote kommen würde. Der Brief, auf den er wartete würde ganz unauffällig auf den Boden vorm Briefschlitz fallen. Dabei war er für ihn so wichtig!
Sekunden später hörte Udo das erwartete Geräusch. Den Absender und den Inhalt des Briefs kannte er schon lange. Er wusste: Von nun würde er nicht nur arbeitslos, sondern auch obdachlos sein.

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