Wo ist das Meer?

Langsam lief sie den einsamen Nordseestrand entlang. Neben ihr war ihr Hund Snooker und winselte leise. Was er wohl hatte? Doch sie beachtete ihn nicht weiter und lief dem Meer entgegen. Warum war das nur noch so weit weg? Es schien unendlich.
Sie seufzte beim Anblick der großen, grauen Regenwolken, die aufzogen. Wenn es jetzt regnete, würde sie klitschnass werden. Andererseits wollte sie nicht umkehren. Sie wollte doch das Meer sehen!
Sie hörte ein leises Grollen. Donner. Snooker jaulte auf. Doch sie lief weiter. Immer weiter.
Der kalte Wind blies ihr ins Gesicht. Es fing an zu nieseln. Bloß weiter! Das Meer war doch schon da vorne. Sie war gleich da!
Es blitzte. Einmal. Zweimal. Sie zitterte am ganzen Körper. Sie hatte Angst vor Gewitter. Schon immer. Kurz entschlossen rannte sie mit Snooker, der auch immer unruhiger wurde, den weit entfernten Strandhäusern entgegen. Lieber jetzt zurück.
Bei den Strandkörben angekommen ließ sie sich erschöpft auf den Boden sinken. Sie hatte das Meer wieder nicht gesehen. Nur aus der Ferne. Zu wenig.

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