März 6th, 2005
Die Ekelbuden - Teil 2
In Malchow, einem kleinen Dörfchen kurz hinter der Berliner Stadtgrenze, machte ich kürzlich eine meiner schlimmsten Pommeserfahrungen: Nach einem Spaziergang knurrte mein Magen, und so machte ich mich auf den Weg zur einzigen Imbissbude. Das einzige Gasthaus in Malchow war erstens eine Kneipe und zweitens völlig überteuert.
Als ich den Vorbau der Bude betrat, unterhielt sich die berlinernde Imbissbesitzerin gerade mit einem ihrer Stammkunden: „Na, Udo! Willste denn wirklich keen Bier mehr?“
Spontan bestellte Udo noch eine Flasche. Ich nutzte die Wartezeit, um mir die Speisekarte und die Bude etwas genauer anzuschauen. In einer Ecke stand ein Tisch mit Bierflaschen, die in drei Reihen hintereinander aufgereiht waren. Eine Flasche zu nur 50 Cent.
Auf dem Boden des Budenvorbaus standen Pflanzen, an den Wänden hingen Poster vom Olymp und dem Mount Everest. Bei dieser Wohnzimmer-Atmosphäre fühlten sich die Stammgäste sicher wohl.
Unterdessen hatte die Ladenbesitzerin aufgehört zu reden, und ich traf meine Auswahl anhand der Speisekarte: Cheeseburger, Pizza oder Pommes?
Ich bestellte Pommes und die Verkäuferin fragte mich sogleich „Willste Ketchup?“. Ich wollte lieber Mayonnaise haben und sagte: „Lieber Mayo!“ „Ne, jibts nich! Willste jetzt Ketchup oder jar nischt druff?“, antwortete die Verkäuferin etwas pampig. Jetzt wollte ich doch lieber nichts auf meine Pommes haben.
Bing! Nur wenige Minuten später klingelte es in der Küche und die Verkäuferin drückte mir kurz darauf einen Pappkarton und eine Gabel in die Hand. Warum denn einen Pappkarton? Meinte die Budenfrau das ernst?
Erst jetzt bemerkte mein prüfender Blick auf der Speisekarte den kleinen Hinweis: „aus der Mikrowelle“. Daher also das ungewohnte Geräusch.
Ich riss den Pommeskarton auf und probierte die schlaffen Kartoffelstäbchen. Sie schmeckten, wie ich erwartet hatte, ziemlich pappig und auch sonst erinnerten sie eher an ein Stück Karton. Außerdem waren sie nahezu geschmacklos. Na lecker!
[missxyz]
Tags:Berlin, essen