Mai 13th, 2008
Bericht aus Chemnitz (1)
Von Freitag bis gestern, also über Pfingsten, besuchten wir meinen Bruder in der sächsischen Universitätsstadt Chemnitz.
Was wir dort so alles erlebten, natürlich nur die Highlights, werde ich im Folgenden dokumentieren.
Unsere Pension namens Art Nouveau (französisch: Jugendstil) lag, wie wir schon nach unserer Ankunft am Chemnitzer Hauptbahnhof feststellen mussten, leider nicht so wirklich im Zentrum. Klar auf dem Stadtplan konnte man sehen, dass sie direkt in der Gegend hinter dem Bahnhof liegt, dennoch brauchten wir noch ganze 30 Minuten um zu Fuß dorthin zu laufen. Das war also Sonnenberg. Die ganze Gegend schien ja gar nicht so unschön zu sein, überall waren Jugendstilhäuser zu sehen. Die einzige Tatsache, die die Gegend nur unheimlich machte, waren die vielen leerstehenden Häuser mit “zu vermieten”- oder “zu verkaufen”-Schildern an den meist unsanierten und heruntergekommenen Häusern.
Zu verkaufen. Ein häufiges Bild im Chemnitzer Bezirk Sonnenberg.
Am nächsten Tag machten wir uns gleich Richtung Stadtzentrum auf. Das Wetter war sonnig und warm und so gingen wir sogar zu Fuß dorthin (obwohl vor der Haustür der Pension auch ein Bus fuhr). Bei Sonnenschein wirkte Sonnenberg längst nicht mehr so verlassen und unheimlich.
Es war Samstag und die Geschäfte hatten noch ein letztes Mal vor den Feiertagen offen. Somit schauten wir uns noch in der Galeria Kaufhof und in der Shopping-Mall Roter Turm um.
Chemnitzer Stadtzentrum
Doch den ganzen schönen Tag in der Stadt verbringen? Das war dann auch nicht unser Ziel. Somit machten wir uns, nachdem wir meinen Bruder am Chemnitzer Marktplatz getroffen hatten, mit dem Bus in Richtung Botanischer Garten auf.
Die Gewächshäuser hatten wir zwar schon innerhalb weniger Minuten besichtigt, dennoch war das längst noch nicht alles, was man im Botanischen Garten anschauen konnte.
Im Gewächshaus.
Wenige Schritte von den Gewächshäusern entfernt, begann ein angelegter (aber teilweise auch natürlicher? Dies wurde natürlich währendessen diskutiert…) Landschaftpark. An einigen Stationen wurden dem Besucher an Beispielen erklärt, was er selbst tun kann, um sich ökologischer zu verhalten. Besonders interessant (und lustig..haha) war hier vor allem die Station, an dem verschiedene Komposte und Kompostbehälter für den Garten vorgestellt wurden. Diese Auswahl inspirierte einige Teilnehmer der Reisegruppe zu eigenen Baumarkt-Werbespots. (”Das ist der Aeroquick 400. Wenn Sie jetzt bestellen, bekommen Sie gratis eine tolle Kompostschaufel dazu. Aeroquick 400.”)
Im hinteren Teil des Parks gab es einen kleinen Picknickplatz, wo wir den restlichen von mir gebackenen Rüblikuchen verspeisten. Auch gab es einen kleinen Spielplatz, wo man seine Balance testen konnte, sich aber auch sonst austoben konnte. (siehe Foto unten.)
Mein Bruder auf der Schaukel.
Am nächsten Tag machten wir uns, wie bereits mein Bruder in seinem Weblog berichtete auf nach Scharfenstein im Erzgebirge.
Bevor wir uns jedoch mit ihm am Bahnhof trafen, gingen wir auf eigene Faust nochmal zur Straße der Nationen (nur ein paar Minuten vom Bahnhof entfernt) und schauten uns das eindrucksvolle Chemnitzer Opernhaus und die St. Petrikirche an.
In der Kirche hatte bereits ein Gottesdienst angefangen, sodass wir das Innere der Kirche leider nur durch einen Spalt in der Tür sehen konnten. Schade.
Links das Opernhaus, rechts die Petrikirche.
Aber wie gesagt, eigentlich wollten wir ja an diesem Tag Richtung Scharfenstein (wo übrigens auch die gleichnamige Burg steht) mit dem Zug fahren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (welcher Zug fährt da überhaupt hin? Können wir eine Gruppenkarte nehmen?) saßen wir schließlich doch in einem der schicken Erzgebirgsbahn-Zügen. Nach circa 45-minütiger Fahrt kamen wir an und machten uns auch gleich in Richtung Burg auf.
Auf dem Weg dorthin sahen wir ein echtes erzgebirgisches Mühlenhäuschen, dessen Figuren sich allerdings nur drehten, wenn man in den Geldschlitz Münzen reinwarf.
Mühlenhäuschen mit Geldschlitz. Schade aber auch.
Der Weg Richtung Burg war ziemlich steil. Mein gewähltes Schuhwerk (Sandalen) erwies sich dabei als unpraktisch. Zum Glück (bzw. später: leider) hatte ich auch mein gesamtes Reisegepäck mit und konnte somit die Sandalen gegen Turnschuhe austauschen. Oben angekommen gingen wir durch ein Steintor und kamen in einen Innenhof, der mit Kopfsteinpflaster gepflastert war. Und das wäre ein Besuch auf der Burg Scharfenstein ohne eine Besichtigung des Turms? Mutig stiegen wir im engen und düsteren Turmaufgang die Stufen hoch.
Turm von unten.
Von oben hatte man einen tollen Blick über ganz Scharfenstein:
Fortsetzung folgt.
Morgen: Der lange steile Weg Richtung Zschopau. Das kulturelle Chemnitz.
Tags:Bericht, Chemnitz, Fotografie, Reise, Urlaub
Mai 13th, 2008 at 22:15
Hey, das ist ja ein richtig schöner und abwechslungsreicher Bericht zu eurem Ausflug geworden. Die Fotos sind auch klasse, die Aussicht von Scharfenstein war wirklich sehr schick. Da kriegt man gleich Lust nochmal hinzufahren. Lustig auch die Frau mit der roten Tasche auf dem Gewächshausbild…kommt mir irgendwie so bekannt vor ;-).
Viele Grüße
Lukas