Zum ersten Mal: Fussball im Stadion erleben


Vor dem Anstoß…

Mit eiligen Schritten laufe ich die Treppen zu meinem Block hinauf. Oben angekommen kommt mir bereits eine Welle des Jubels entgegen. Es ist Samstag. Ich befinde mich im Berliner Olympiastadion zum Bundesligaspiel Hertha BSC gegen den Karlruher SC, genauer gesagt im Ostblock, noch genauer: im absoluten Hertha-Fanblock, wie mir mein Bruder fachmännisch erklärt. Klar, ich war ehrlich gesagt noch nie ein sonderlicher Fussball-Fan. Vielleicht schaue ich mir manchmal ein Deutschlandspiel im Fernsehen an, aber sonst?
„Im Stadion ist die Stimmung ganz anders! Das musst du echt mal erlebt haben“, sagte mein Bruder und ich ließ mich schließlich zu einem Besuch im Stadion überzeugen. Ja, warum auch nicht? Irgendwie war ich doch ziemlich neugierig, wie es imStadion so sein würde. Würde ich mich plötzlich mehr für Fussball begeistern können? Würde ich gar in die Fangesänge a lá „Hahohe, Hertha BSC!“ einstimmen?
Wir müssen uns ein wenig zu unseren Plätzen durchdrängeln, hinter uns singt sich eine große Männerrunde, teilweise mit einer BZ-Zeitung in der einen und einem Bierbecher in der anderen Hand, warm. „Ole, ole,ole, oleee..“


Nach dem Anstoß…

Dann ist Anstoß. Zum ersten Mal, anders als im Fernsehen kann ich das ganze Spielfeld überblicken. Und endlich muss ich keinen dauerlabernden Reinhold Beckmann ertragen. Stattdessen findet bereits eine hoch interessante Diskussion der Männer hinter mir statt, als die Karlsruher bereits erste Torchancen haben: „Mensch, Leute! Wo stehen die denn schon wieder alle?“, regt sich einer auf. Ein anderer stimmt ein: „Ja, unglaublich! Ohne Pantelic wären die echt jar nischt! Rein jar nischt!!!“ Die Herthaner haben ihrer Meinung nach noch nicht so recht ins Spiel gefunden. „Ich hol mir mal ’nen Bier. Hier passiert ja echt nischt!“, sagt ein anderer gefrustet. Doch dann geht es plötzlich ganz schnell: Hertha stirmt aufs Tor zu und TOOOOOR!!! Die Gemütsbewegung der Unzufriedenen schlägt von einer Sekunde auf die andere um. „Ja, Mensch. Jeile Sache!!!“, jubelt ein Zweifler. Ist das nicht der Gleiche, der sich eben noch ein Bier holen wollte? Egal.
Im Verlauf der nächsten 80 Minuten erzielt Hertha noch zwei weitere Tore und Karlsruhe ein Tor, bei dem die Fussballfans natürlich wieder einigen Gesprächstoff bezüglich bestimmter Spieler („Flasche“) oder des Trainiers („Schweizer Käse“) haben. Naja.
Letztendlich fand ich das Fussballgucken im Stadion schon eine interessante Erfahrung. Es war schon ein tolles Gefühl, als das gesamte Stadion eine Laola-Welle machte oder beim letzten Tor, wirklich der gesamte Fanblock mit einem geballten „Jaaa, Tooor!!!“ aufsprang. Einfach amüsant waren natürlich die Gespräche der Stammtischrunde hinter mir anzuhören. Das hätte ich allein vor dem Fernseher wohl nicht gehabt!
Ein Fussballfan bin ich zwar letztendlich (noch) nicht geworden, aber einen weiteren Besuch im Stadion könnte ich mir sicher vorstellen!

Und zum Abschluss, um diesen Eintrag noch etwas interaktiver zu machen, ein Stückchen Stadionatmosphäre:

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