Juni 25th, 2007
Das war nicht ich

Foto von Photocase.com
Das war nicht ich. Das konnte unmöglich ich selbst sein! Fassungslos und mit einem Gefühl zum Heulen blickte ich meinem neuen Ich in die Augen. Eine Mischung aus Wut und Verzweiflung, ein Gefühl der Befremdung gegenüber mir selbst überkam mich. Warum hatte ich das auch getan? Warum? Waruumm?? Tränen stiegen mir langsam in die Augen. Und es konnte nicht rückgängig gemacht werden…
Heute morgen hatte einer meiner ersten Blicke meinem Spiegelbild gegolten. Meine Freunde sagen oft, dass ich eine eitle Gans bin, aber das stimmt nicht. Mein Aussehen ist mir einfach sehr wichtig. Also, stand ich vor dem Spiegel und beäugte mich. Missmutig zupfte ich an ein paar einzelnen Haarsträhnen. Ich versuchte mit ein paar Haarclips und Bändern einige Frisuren aus. Aber was ich auch tat, es gefiel mir nicht. Meine verdammten Haare saßen nicht. Und das, wo ich heute zur Party des Jahres gehen wollte. Ins „Black Bananas“ nämlich! Ich hatte ein VIP-Ticket gewonnen. Und ich wusste, ich hatte nicht so schnell wieder die Chance in einen so dermaßen glamourösen und schicken VIP-Club zu kommen. Also, ich wollte diesen Besuch genießen..und natürlich umwerfend aussehen. Ich lächelte meinem Spiegelbild zu. Aber irgendwie misslang das. Widerwillig rümpfte ich die Nase und schüttelte den Kopf. Nein, so konnte ich auf keinen Fall gehen. Nicht in den edelsten Club der ganzen Stadt!!!
In Gedanken sah ich mich schon mit meinen goldenen Sandaletten und dem glitzernden Cocktailkleid elegant zur Bar des Clubs schreiten. Anerkennende Blicke von allen Seiten. Gutaussehende Leute, die mir verführerisch zulächeln oder mir hintergucken würden… achja!
Ich hatte nun einen sehr wohlgefälligen, entspannten Gesichtsausdruck. Welches Make-up wohl am besten zu meinem Styling passend würde?
Doch da kam ich plötzlich auf den Boden der Tatsachen zurück! Wo wollte ich mir überhaupt meine Haare verschönern lassen? Ich rechnete durch, wie viel Geld ich überhaupt noch auf meinem Konto hatte…und fluchte laut auf. Ach verdammt! Es war ja schon beinahe Ende Juni. Somit…das meiste Geld hatte ich schon für Barbesuche, Maniküre-Termine und ähnlich wichtige Unternehmungen ausgegeben. Und dann erst die Sandaletten letzte Woche, und das Cocktailkleid… hm.. viel war da wirklich nicht mehr für einen richtig spitzenmäßigen Glamourfriseur übrig. Und die Drinks im „Black Bananas“ würden ja sicher auch nicht gerade wenig kosten.
Ich seufzte auf. Also, was tun? Hm..es war sicher nicht die beste Lösung, aber..warum nicht? Hatte vor wenigen Wochen nicht so ein Discounter-Friseur an der übernächsten Straßenecke aufgemacht? Es war sicher mal völlig anders als die Friseure, an die ich persönlich gewöhnt war, aber was blieb mir anders übrig? Was verdammt sollte ich tun? Wenn ich jetzt darüber nachdenke, könnte ich heulen. Es war alles ein großer Fehler! Aber im Nachhinein, so sagt man doch so schön, ist man ja immer schlauer!
Naiv wie ich also zu dem Zeitpunkt war, stöckelte ich mit meinen strassbesetzten Pumps (auch erst vor wenigen Wochen gekauft, ich konnte nicht „Nein“ sagen) zum Friseur. Eine blonde Angestellte , Mitte 20 begrüßte mich mit einem schiefen Grinsen. „Tach“, sagte sie kurz angebunden und beäugte mich von oben bis unten. „Ach, die ist doch nur neidisch!“, dachte ich hämisch. Ich wusste, dass ich heute verdammt gut aussah. Was sollte ich auch machen? Heute war einfach mein Glückstag. Heute Abend würde ich in den geilsten Club dieser Stadt gehen!
„Tach auch!“, antwortete ich und sah die Blondine mit hochgezogenen Brauen an. Ich sah förmlich den Neid in ihrem Gesicht. Ich grinste sie herausfordernd an. „Waschen, schneiden?“, fragte sie und zeigte keinerlei Anzeichen von Ärger in ihrem Gesicht. Die konnte mich nicht täuschen! Sie war einfach eine verdammt gute Schauspielerin! Natürlich brodelte es bestimmt innerlich in ihr. haha!
Ich nickte und grinste sie erneut an. „Dann folg mir bitte. Dort kannst du deine Sache ablegen, dort hinten wasche ich dir die Haare“, sagte sie tonlos und ich folgte ihr. Wir kamen an mehreren Spiegeln vorbei.und nein, ich konnte nicht anders. Ich warf immer wieder Blicke hinein. Die Friseuse bemerkte das wohl. Ich sah in ihrem Gesicht einen gewissen genervten Ausdruck. Ich setzte mich auf einen Stuhl an den Waschbecken und öffnete meine etwa schulterlangen, dunkelblonden Haare, die zu einem Knoten gebunden waren. Ich lehnte mich wohlgefällig zurück. Wasser lief über meine Haare. „Geht das so?“, fragte die Friseuse, dabei wusste sie doch genau, dass das Wasser eiskalt und sicher nicht angenehm war. „Einen Tick wärmer könnte es schon sein“, sagte ich mit leicht zickigen Unterton. Ich war schon jetzt genervt von diesem Friseurbesuch. Ich wollte endlich zuhause mit perfekt gestylten Haaren vorm Spiegel sitzen und fertig für die Megaparty des Jahres sein!
Die Friseuse drehte das Wasser etwas wärmer und fing an mein Haare durchzukneten und Shampoo hinzuzufügen. Ihre langen Fingernägel gruben sich in meine Kopfhaut. Sie massierte dermaßen grob das Shampoo in mein Haar, sodass ich am liebsten aufgeschrieen hätte. Doch diesen Triumph wollte ich ihr nicht gönnen! War doch eindeutig, dass sie neidisch war auf mich. Ich versuchte meinen Kopf zu heben, doch sie presste ihn fest in das Haarwaschbecken. Ich drückte dagegen, gab jedoch schnell wieder auf. Es würde schon bald vorbei sein. Lass dir nichts anmerken!, versuchte ich mich selbst zu beschwichtigen. Und dann ging es wirklich ganz schnell und sie wusch mir die Haare wieder, natürlich erneut eiskalt, aus. Handtuchdrumwickeln und dann führte sie mich wortlos zum Friseurstuhl. Ich wäre am liebsten gleich gegangen nach dieser Haarwaschtortur. Aber ich weiß nicht, ich wusste, dass ich jetzt nicht mehr viel Zeit hatte, mir einen anderen Friseur zu suchen. Und das Geld auf meinem Konto hatte sich auch noch nicht vervielfacht. Also, ich musste da jetzt durch. Auch wenn mir die Blondine kein bisschen sympathisch war.
Sie entfernte den Haarturban von meinem Kopf und ließ ich ihre Finger durch mein Haar gleiten. Neid, Neid, Neid! Ihre eigenen Haare waren nämlich streichholzkurs und sahen alles andere als perfekt gepflegt aus. „Was soll ich dir schneiden?“, fragte sie und ihre Mundwinkel zuckten verräterisch. Ich schaute sie direkt an und fing an zu prahlen. „Weißt du was, ich geh heute zur absolut edelsten Parties des Jahrhunderts. Black Bananas, falls dir das was sagt. Ich möchte demnach eine absolut schicke Frisur haben.“ Ich lächelte gemein und sah förmlich die Verwandlung ihres Gesichtsausdrucks. „Black… Bananas!“, stotterte sie mit weitaufgerissenen Augen.. „Nicht schlecht.“ Nach einer kurzen Pause sagte sie: „Ich schneid dir die ultimative Black Bananas Frisur. Darauf kannst dich verlassen. Ich grinste freudig und betrachtete erneut mein Gesucht im Spiegel. Wäre ich doch bloß aufmerksamer gewesen! Hätte ich doch genauer hingeschaut! Dann hätte ich vielleicht ein hinterlistiges Funkeln in ihren Augen gesehen, ein verräterisches Zucken ihrer Mundwinkel…
Sie holte ein Frisurenheft hervor, blätterte hastig darin und hielt mir nach einigem Hin- und Herblättern eine Kurzhaarfrisur vor die Nase. „Wow“..stieß ich hervor. Das sah wirklich gut aus. Ich konnte mir das sehr gut an mir vorstellen. „Also, gefällt es dir?“, fragte sie mit einem Grinsen. Ich nickte zufrieden. Und schloß die Augen! Aaahhh! Ich könnte mich kreuzigen dafür! Warum war ich so unaufmerksam? Konnte ich mir nach den Andeutungen der Friseurin, nach dem Haarwasch-Desaster nicht denken, dass sie mich fertig machen wollte? Und was machte ich? Unglaublich! Unglaublich hirnlos!
Ich hörte Schneidegeräusche. Schnipp, Schnipp. Ich spürte feine Haare, die meine Wange streiften. In Gedanken sah ich mich immer wieder an Sektgläsern nippen, mich an der Bar mit Gucci-Taschen Trägerinnen im Gespräch über teure Autos und letzte Urlaube in St. Tropez und Monaco unterhalten. Herrlich!
Ich weiß nicht, wie lange es war. 10 Minuten? 15? 20? Jedenfalls erwachte ich nach kurzer Zeit mit einem verträumten Lächeln auf den Lippen aus meinen Träumen vom Glamour.
Ich konnte es nicht fassen! Mein Lächeln gefror und wurde immer eisiger. Meine Haare sahen jetzt keineswegs so schick wie auf dem Foto aus, nein, die Friseurin hatte mir einen waschechten Topfschnitt verpasst!!!
Ich stieß einen kleinen Kreischlaut aus. Diese verdammte…! Meine Haare! Verzweifelt fasste ich sie an. Furchtbar! Ahhh! Ich sah das wohlgefällige Gesicht der Friseurin und sprang auf. Ich ergriff beide Arme von ihr und schüttelte sie fest! „Verdammt, was hast du getan?“ Ich fluchte lautstark und sagte dann mit eiskalter Stimme: „Das hast du extra gemacht. Das weiß ich doch genau! Weil du mit der Schönheit anderer nicht klar kommst. Das ist es doch, oder? Ist es das nicht?“ Die letzten Worte brüllte ich wieder. Ein Mann erschien in einer Tür an der Rückseite des Ladens. Er fragte: „Was ist hier los?“ und blickte erst die Friseurin und dann mich an. Der Chef des Ladens also. „Ihre Angestellte hat mir diesen verdammten Haarschnitt verpasst“, schrie ich wutentbrannt und wollte noch weiterschimpfen, als mir die Friseurin ins Wort fiel. „Da muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass ich der Kundin genau den Schnitt gemacht habe, den sie sich gewünscht hat!“ Sie grinste verschmitzt und hielt ihrem Chef das Frisurenheft hin. „Sehen Sie?“ und deutete darauf. Ich wollte protestieren, doch die Worte blieben mir im Halse stecken. Gleich neben der schicken Kurzhaarfrisur auf der rechten Seite des Magazins prangte ein Bild von einem Topfschnitt.
Oh verdammt! Hilflos schaute ich den Ladeninhaber an. „Sie hat mir eindeutig, bevor sie angefangen hat zu schneiden, das rechte Bild gezeigt. Glauben Sie mir! Ihre Angestellte will mich fertig machen!“ Der Ladeninhaber überlegte kurz, zuckte dann jedoch mit den Schultern. „Tut mir Leid, hier steht’s leider Aussage gegen Aussage! Meine Angestellte ist sehr gewissenhaft. Sie arbeitet schon sehr lange für mich. Ich habe noch nie erlebt, dass sie jemandem gegen seinen Willen eine falsche Frisur geschnitten hat. Und bitte, sagen Sie mir, was sollte meine Angestellte gerade gegen SIE haben?“ Er schaute zweifelnd. Was hatte ich mir auch gedacht? Natürlich würde er seine Angestellte in Schutz nehmen! Es ging ja nicht nur um sie, sondern auch um den gesamten Ruf seines Ladens!
Oh. Diese Frau! Sie blickte mich mit einem dermaßen hinterlistigen, fiesen und schadenfrohen Lächeln an.. ich konnte nicht anders..
Ich stürmte auf sie zu und fing erneut an sie mit aller Kraft zu schütteln und laut auf sie einzuschimpfen. „Warum musstest du mir das antun? Sag mir das, du verdammte Schlampe!“ Der Ladeninhaber riss mich von ihr los. „Was fällt ihnen ein?“, rief er. „Verlassen Sie umgehend mein Geschäft! Oder wollen Sie eine Anzeige wegen Körperverletzung?“
„Also gut…“, sagte ich schnaufend und blickte dem Besitzer fest in die Augen. „Das lasse ich mir nicht gefallen! Ich werde sie mit ihrem Friseursalon hier in dieser Gegend so dermaßen fertig machen! Das schwöre ich Ihnen! In wenigen Monaten gibt es hier kein Friseurgeschäft mehr!“ Ich warf der Friseurin, die mir so dermaßen unglücklich gemacht hatte, einen kalten Blick zu, griff meine Handtasche und verließ hastig den Laden.
Draußen hatte es zu Regen angefangen. Meine Tränen vermischten sich mit den Regentropfen. Mein Make-up war bestimmt schon völlig zerlaufen. Doch das war mir ausnahmsweise mal egal. Meine Gedanken kreisten nur um die „Black Bananas“-Party. Vorbei. Vorbei..Vorbeiii! Mit einer dermaßen hässlichen Frisur konnte ich mich nicht dort sehen lassen.
Nun ist eine kurze Zeit vergangen. Die Rache steht noch bevor. Habe schon mehrere Freundinnen animieren können, verstärkt Rufmord zu betreiben. Niemand meiner Bekannten und Freunde soll jemals diesen Laden betreten. Was dann aus Fräulein Ich-schneide-Leuten-einen-hässlichen-Topfschnitt wird, tja,das kann ich mir nur gut denken. Das sie das, was sie mir angetan hat, doppelt zurückbekommen wird, da bin ich mir schon jetzt hundertprozentig sicher…
Juli 5th, 2008 at 14:01
Laura war 14 Jahre alt und war nicht sehr beliebt was Jungen anging,darum ging sie nach der Schule nach den Hausaufgaben immer in einen Chat
und immer um die selbe Zeit war ein Junge online dem sie alles… wirklich alles anvertraute sogar
Dinge die sie niemandem anderen erzählen würde.Er war zwar fremd aber sie spürte ein großes Vertrauen zu ihm.
doch an einem Tag änderte sich alles:
nach der schule ging sie gleich an den Pc weil sie keine Hausaufgaben auf hatte,
doch er war nicht da. Normalerweise war er immer um diese zeit da…
sie ging in ihr Postfach und tatsächlich war eine Nachricht da,
sie öffnete sie und las das schlimmste was es je zu lesen gab:
Tut mir leid, ich kann dich eigentlich gar nicht leiden,
ich habe nur mit dir gechattet, weil du es so wolltest.
Es tut mir echt leid aber ich will nie mehr mit dir schreiben.
Sie dachte auch noch verzweifelt: wieso hab ich ihm gesagt das ich ihn liebe????
Sie saß da und wartete auf ein weiteres Zeichen doch keines kam,
sie saß da und ihr schossen die tränen aus den Augen.
Sie wusste nicht wie lang sie da saß, heulte und gleichzeitig
überlegte was sie jetzt machen sollte bis es ihr einfiel:
Ihre Mutter hatte vor einiger zeit eine Dose Schlaftabletten gekauft, und ins Bad gestellt. Sie ging ins Bad, holte die Tabletten und ging ganz langsam wieder ins Zimmer.
Sie starrte die Tabletten lange an und überlegte ob sie es wirklich tun sollte
aber sie musste es tun… aus liebe.
Dann ganz langsam nahm sie eine Tablette nach der anderen.
Dann ganz lange saß sie so da bis sie einschlief… für immer
an einer Überdosis Schlaftabletten.
Während sie starb bekam sie eine weitere E -mail von ihm,
und sie hat sie ausversehen geöffnet, konnte sie dann aber nicht mehr lesen, da sie schon tot war.
Darin stand:
Oh Gott, mein blöder Bruder hat diese Mail geschrieben.
Tut mir leid, ich könnte dir niemals weh tun… ich liebe dich doch.
Erst am nächsten tag wurde Laura von ihrer Mutter tot gefunden.